Eiweißdiät: Durch Proteine zum Wunschgewicht?


Die Festellung, dass eine proteinreiche Ernährung dem Muskelabbau vorbeugt und die Gewichtsabnahme begünstigt, ist einem Zufall in der Raumfahrt zu verdanken. Während ihrer Zeit im All setzten Astronauten auf eine enorm eiweißhaltige Ernährung, worauf sie mit einer Gewichtsabnahme und Verringerung des Körperfettanteils reagierten. Der Grundstein für die Idee der Eiweißdiät war also gelegt. Wie und wieso diese Art der Ernährung funktioniert und was wirklich am „Wundermittel“ Eiweiß dran ist, erfahrt ihr hier!

Eiweißdiät – So läuft sie ab

EiweißdiätDie Eiweißdiät gehört zu den Low Carb Diäten und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Bei der Eiweißdiät wird der Anteil der Kohlenhydrate stark reduziert. Auf Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und Müsli muss weitestgehend verzichtet werden. Fette sind in morderaten Mengen erlaubt. Eiweiß ist der Hauptenergielieferant und sollte in jeder Mahlzeit vorhanden sein. Kohlenhydrate dürfen in kleinen Mengen durchaus vorkommen, allerdings sollten sie durch Gemüse und Obst aufgenommen werden. Der Gemüseanteil soll höher als der Obstanteil sein. Da Obst Fruchtzucker enthält sollte Obst mit einem niedrigen Fruchtzuckergehalt bevorzugt werden. Dazu gehören zum Beispiel alle Arten von Beeren. Reiner Zucker und Süßigkeiten sind nicht erlaubt. Die Aufnahmen von genügend Flüssigkeit ist Pflicht, vorallem Wasser und ungesüßter Tee sollten getrunken werden.

Erlaubt ist Eiweiß aus magerem Fleisch wie Hähnchen, Pute und Rind, Fisch, Gemüse in Form von Salat oder gedämpft zubereitet, Obst, fettarme Milchprodukte und Nüsse. Besonders effektiv ist eine geschickte Kombination verschiedener Lebensmittel um deren biologische Wertigkeit zu erhöhen. Körperlich wenig aktiven Menschen wird ein täglicher Eiweißkonsum von 1 Gramm pro Kilo empfohlen, sehr stark aktiven Menschen ein täglicher Eiweißkonsum von 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht. Da Kohlenhydrate und damit vor allem Getreideprodukte von der Liste der erlaubten Lebensmittel zu großen Teilen gestrichen werden, wird die Aufnahme von Nahrungsergänzungmitteln empfohlen um einen Nährstoffmangel vorzubeugen.

EiweißdiätWenn der Körper keine großen Mengen an Kohlenhydraten mehr bekommt muss er sich alternative Energiequellen suchen. Zunächt zieht der Körper Energie aus den Kohlenhydratspeichern. Dabei verbraucht er viel Wasser. Das erklärt den schnellen Gewichtsverlust gerade in der Anfangszeit der Eiweißdiät. Erst wenn die Kohlenhydratspeicher aufgebraucht sind greift der Körper auf die Fettdepots zurück und beginnt Fett abzubauen.
Der Hohe Anteil an Eiweiß in der Ernährung trägt zu einer längeren Sättigung und zum Muskelaufbau bei.

Rezeptideen für die Eiweißdiät

Es bieten sich immer Gemüsepfannen mit Fisch oder Fleisch an. Dabei kann man mit den Fisch und Fleischsorten natürlich variieren. Möglich sind auch Salate mit Hähnchenbruststreifen, Nudeln aus Zucchinistreifen mit magerer Rinderhack-Bolognese oder gedämpftes Gemüse mit Lachs.

Frühstücksideen für die Eiweißdiät

Das Frühstück kann man vielfältig gestalten. Ob Rührei mit Champignons, Quark mit Beeren oder Pancakes aus 1 reifen Banane, 2 Eiweiß, 1 ganzen Ei und 25 g Proteinpulver. Eier sind sowieso sehr vielseitig und können gut eingebaut werden. Hier hab ich euch mal ein paar Ideen für ein proteinreiches Frühstück zusammengefasst!

Vorteile der Eiweißdiät

  • Eiweiß sättigt gut und lange. Heißhungerattacken können vermieden werden und man muss nicht hungern.
  • Gerade in den ersten Tagen treten schnell Erfolge ein. Dabei handelt es sich zwar zunächst nur um Wasser, dennoch kann das dazu beitragen, die Motivation zu steigern, um weiterzumachen.
  • Eiweiß in Kombination mit Sport garantiert fast schon einen Abnehmerfolg.
  • Eiweiß fördert den Muskelaufbau und hemmt den Muskelabbau.

Nachteile der Eiweißdiät

  • Tierisches Eiweiß enthält Purine und Cholesterin. Langfristige Folgen können Cholesterinprobleme, Gicht und Herz-Kreislauf-Probleme sein. Auch Darm und Nieren können betroffen sein.
  • Fleisch und Fisch ist im Vergleich zu Reis oder Nudeln verhältnismäßig teuer.
  • Es handelt sich um eine sehr einseitige Ernährungweise. Sie ermöglicht nur wenig Vielfalt im Speiseplan. Ein Nährstoffmangel ist vorprogrammiert. Man muss auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr achten, ohne Einnahme von Nahrungsergänzungmitteln sind gesundheitliche Probleme die Folge.Eiweisdiät
  • Vegetarier und Veganer können bei dieser Diät Schwierigkeiten bekommen, da das Nahrungsangebot bei Wegfall von Fisch, Fleisch und Milchprodukten sehr gering wird. Zwar gibt es viele vegetarische und vegane eiweißreiche Lebensmittel, dennoch wird das Ganze noch einseitiger, wenn Fisch und Fleisch rausfallen.
  • Eine kohlenhydratarme Ernährung kann zu Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen führen.
  • Der Erfolg der Diät wird vom Gewicht abhängig gemacht.

Fazit: Zu einseitig – nicht ganzheitlich

Da die Einnahme von Nahrungsergänzungmitteln im Vorhinein empfohlen wird um einem Nährstoffmangel vorzubeugen stehe ich der Eiweißdiät sehr kritisch gegenüber. Über einen kurzen Zeitraum kann man das ganze theoretisch durchziehen, wenn man aber von morgens bis abends ständig zanghaft Eiweiß zu sich nehmen muss hätte ich persönlich wahrscheinlich schnell keine Lust mehr darauf. Da Mangelernährungen und die schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit auftreten können ist diese Diät für mich persönlich nicht der richtige Weg.

Ich finde es sinnvoll bei der Ernährung generell die Eiweißaufnahme etwas zu erhöhen, aber auf gar keinen Fall komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten.

Euer Prinz

PS: Warum es aber doch mal ganz gut sein kann, vor allem abends keine Kohlenhydrate zu essen, erfahrt ihr hier.


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