Energy Drinks: Energielieferanten oder leere Werbeversprechen?


Red Bull, Rockstar Energy, Monster, Effect etc. – Energy Drinks gibt es wie Sand am Meer. Durch ihre Werbung versprechen die Hersteller eine leistungssteigernde Wirkung und Motivation über den ganzen Tag. Sicher haben einige von euch schon mal zu Energy Drinks gegriffen, sei es, um in einer Klausurphase konzentriert zu bleiben oder um morgens besser in den Tag zu starten. Auch vor dem Sport greifen viele zu Energy Drinks und bauen auf ihre angeblich leistungssteigernde Wirkung, um in ihren Workouts noch mehr Gas geben zu können. Doch klappt das wirklich?

Ob Red Bull und Co. euch wirklich dabei helfen euren Körper anzutreiben und eure Leistung zu steigern oder ob von diesem Trend nur die Hersteller profitieren möchte ich euch hier erklären.

Aufputschmittel Koffein & Co.

Die meisten Energy Drinks sind sich vom Aufbau der Inhaltsstoffe her sehr ähnlich. Folgend habe ich euch mal vier der häufigsten Zutaten der Softdrinks aufgelistet und ihre Wirkung erklärt:

Koffein

Koffein ist neben Zucker der „wichtigste“ bzw. häufigste Inhaltsstoff eines Energy Drinks.

Koffein nehmt ihr unter anderem auch durch den Verzehr von Kaffee, Tee oder sogar in minimalen Megen durch Kakao zu euch. Er dient den meisten Leuten als antreibender, motivierender Wachmacher. Grund dafür ist, dass das Koffein euren Kreislauf und Stoffwechsel antreibt und somit Müdigkeitserscheinungen für einen gewissen Zeitraum beseitigt.

Jedoch kann ein überhöhter Konsum ganz schnell zum Gegenteil führen. Dieser fängt ab 500ml Koffein an – in einer Dose sind im Schnitt 80ml enthalten. Anstatt die Leistung zu steigern, kann es unter anderem zu Schlafstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Bei körperlicher Anstrengung, wie beim Sport, erhöht sich der Puls zusätzlich, was im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen führt.

Zucker

Neben Koffein wirkt auch Zucker stimulierend auf den Körper und liefert Energie, die beim Sport benötigt wird.

Energy Drinks enthalten jedoch viel zu viel Zucker, einige von ihnen sogar bis zu 23 Zuckerwürfel in 500ml. Bei Frauen bedeutet das, dass der Bedarf an Zucker (5% des Tagesbedarfs an Kalorien) bereits gedeckt ist. Die Drinks werden also ganz schnell zum Dickmacher und der Durst ist wegen der Süße trotzdem nicht gestillt.

Energy Drinks

Taurin

Taurin ist eine Aminosäure, die sowohl vom Körper produziert, als auch über Lebensmittel, wie Fisch oder Fleisch aufgenommen wird. Der Inhaltsstoff wird von den Herstellern als Leistungsförderer bezeichnet, wissenschaftliche Beweise gibt es dafür bislang aber nicht.

Glucuronolacton

Glucuronolacton wird normalerweise von eurem Körper aus Zucker hergestellt. Hersteller begründen die Zugabe dieses Stoffes damit, dass es Müdigkeit bekämpfen und die Stimmung anheben soll. Diese Wirkungen sind, so wie beim Taurin, nicht wissenschaftlich belegt. Eine weitere Zufuhr neben der Eigenproduktion dieses Stoffes braucht der Körper außerdem nicht.

Wie gefährlich kann übermäßiger Konsum sein?

Durch den hohen Zucker- und Koffeingehalt haben Energy Drinks also zunächst tatsächlich einen positiven Effekt auf euren Körper und treiben euren Kreislauf wie gewünscht an.

Verzehrt ihr die Energy Drinks hingegen zu häufig und in hohen Mengen, ist die Liste der Risiken nicht zu unterschätzen. Häufige Nebenwirkungen sind Schlafstörungen, Übelkeit, Nervosität, Herzrasen, Zittern, Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck und Konzentrationsschwächen. Vor allem bei Sportlern wirken sich Schlaf- und Herzrhythmusstörungen eher negativ als positiv auf die Leistung aus. Somit ist das Gegenteil des gewünschten Effekts erreicht.

Natürliche Alternativen

Energy DrinksDa die Menge der genannten Inhaltsstoffe zu hoch bzw. teils überflüssig ist und  übermäßiger Konsum von Energy Drinks zudem ungesund sein kann, würde ich euch empfehlen vor und während des Trainings auf andere Getränke zurückzugreifen. Vor dem Training können euch ein doppelter Espresso oder grüner Tee einen extra Kick geben und ihr spart euch den Zucker. Während des Trainings solltet ihr vor allem Wasser trinken, um eurem Körper ausreichend Flüssigkeiten zuzuführen, die er beim Sport braucht. Nach euren Workouts könnt ihr euch dann einen leckeren Proteinshake oder auch mal eine Apfelsaftschorle gönnen.

Fazit

Glaubt nicht alles, was die Hersteller euch versprechen. Flügel verleihen die Drinks einem nicht und auch die Inhaltsstoffe sind nicht so wertvoll wie viele denken.

In Kombination mit Alkohol sollten Energy Drinks weniger oder gar nicht getrunken werden, da die Mischung mit vielen Risiken verbunden ist. Auch Menschen mit Herzproblemen, hohem Blutdruck und Jugendliche sollten vom Konsum absehen.

Im Zusammenhang mit dem Training sind Energy Drinks keine gute Wahl, da sie nur kurzzeitig leistungssteigernd, kein dauerhafter Energielieferant und mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind.

Ansonsten ist es in Ordnung sich ab und zu mal einen Energy Drink zu gönnen, so lange ihr es mit dem Konsum nicht übertreibt und nicht täglich davon trinkt – wie immer macht die Menge das Gift.

Euer Prinz


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