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Dorando Pietri – Olympia 1908 in London – Der Marathon-Läufer mit dem Kämpferherz

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Was heutzutage der Super Bowl im American Football ist, war vor mehr als 100 Jahren der Marathonlauf bei Olympia – eines der größten Sportereignisse der Welt!

Und genau bei jenem olympischen Marathonlauf in London im Jahre 1908 ereignete sich eine der dramatischsten und zugleich ergreifendsten Geschichten in der Olympiahistorie. Zunächst einmal eine witzige Anekdote: In London startete der Marathonlauf auf Wunsch der königlichen Familie am Schloss Windsor, damit die Prinzessinnen und Prinzen den Start von ihrer Ostterrasse beobachten konnten. Das hatte zur Folge, dass die Athleten nicht wie geplant 40 Kilometer, sondern 42,195 Kilometer – was 13 Jahre später offiziell zur heutigen Marathondistanz wurde – zurücklegen mussten.

dorando pietriExakt 355 von diesen 2195 zusätzlichen Metern, sollten dem damals erst 22-Jährigen Dorando Pietri zum Verhängnis werden. Tausende Menschen an der Marathonstrecke peitschten den jungen Italiener zu Höchstleistungen. Mit knapp zehn Minuten Vorsprung vor dem US-Amerikaner John Hayes lief er dem vollbesetzten Stadion entgegen, wo sich nicht nur die Strecke, sondern auch die Kräfte des jungen Burschen dem Ende zuneigten. Vor lauter Erschöpfung, bog er auf den letzten Metern falsch ab und brach – nachdem ihn die Kampfrichter auf seinen Fehler hinwiesen – vollkommen zusammen. Sein Kampfgeist jedoch war ungebrochen – Pietri rappelte sich ganze 5 mal wieder auf, brach jedoch auch genau so oft wieder zusammen. Insgesamt benötigte er über neun Minuten für die letzten 350 Meter und schleppte sich mit letzter Kraft – und mit Hilfe des Kampfrichters Jack Andrew und des Arztes Michael Bulgur, die dem bedauernswerten Pietri unter die Arme griffen – als Erster über die Ziellinie. Darauf hin legte das amerikanische Team, auf Grund von Inanspruchnahme fremder Hilfeleistung, Beschwerde ein, bekam Recht und der eigentlich zweitplatzierte John Hayes wurde zum Sieger des olympischen Marathons 1908 gekürt. Sieger aller Londoner Herzen blieb jedoch der Mann mit dem unbändigen Kampfgeist – Dorando Pietri. So wurde ihm später von Königin Alexandra von Großbritannien, die das Rennen im Stadion verfolgte, ein Goldpokal überreicht, um seine besondere kämpferische Leistung zu honorieren.

Noch im selben Jahr unterzeichnete Pietri einen Profivertrag. Im November des Olympiajahres wurde im altehrwürdigen Madison Square Garden ein Zweikampf zwischen Petri und Hayes organisiert. Pietri gewann. Ende gut, alles gut!

In seinem späteren Leben leitet er über viele Jahre eine Bäckerei, eröffnet das „Hotel Capri“ und stirbt schließlich im Alter von 56 Jahren in seiner späteren Autowerkstatt.

Eine wahre olympische Heldenstory!

 

 

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