Barfuß laufen: Was bringt Natural Running?


Besser laufen - ohne Schuhe?!

Jeder Läufer von euch wird’s kennen: Der richtige Laufschuh ist oft super schwer zu finden und oft drückt hier was und da was… Warum die Füße dann nicht befreien und barfuß laufen? Hat ja keiner behauptet, man könnte ohne Schuhe keinen Sport machen. Warum ihr mit Natural Running nicht nur euren Füßen, sondern auch eurer Gesundheit was Gutes tut, erfahrt ihr hier!

Barfuß laufen: Was bringt’s?

1960 hat der Marathonläufer Abebe Bikila bei den Olympischen Spielen in Rom Gold gewonnen – barfuß. Die alten Dinger waren durch und es gab weit und breit keine neuen Laufschuhe in seiner Größe. Also waren nur zwei Optionen für Bikila möglich: nicht antreten oder barfuß laufen. Er entschied sich für Letzteres und brachte es barfuß nicht nur zur Goldmedaille, sondern auch zur Weltbestleistung. Für ihn war es allerdings normal, in seiner Heimat Äthiopien lief er nie anders als ohne Schuhe.

Auch in einer Studie der Harvard University zeigt sich: Schuhe aus und die Läufer ändern sofort ihren Laufstil – zum Positiven. Das liegt daran, dass viele Laufschuhe viel zu überladen sind und vor technischen Innovationen nur so strotzen. Sehr zum Leidwesen eurer Füße, denn sie sind eingeengt und haben nicht mehr die Chance, ihren natürlichen Bewegungen nachzugehen und vernünftig abzurollen. Der Fußmuskulatur wird durch zu starke Dämpfung und Sohlenkonstruktionen die Arbeit abgenommen – im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass die Muskulatur immer schwächer wird und „verkümmert“.

Wer von euch ohne Schuhe geht, läuft und springt, der stärkt die Füße. Es werden mehr Muskeln, Sehnen und Bänder beansprucht, die Durchblutung der Füße wird verbessert und Fußdeformationen wie Senk-, Knick- und Spreizfüße können verhindert werden – aber nur, wenn sie noch nicht vorhanden sind. Nicht nur euren Füßen tut die Freiheit gut. Durch den anderen Laufstil, den ihr zwangsläufig ohne Schuhe habt, und die freie Bewegung stärkt ihr alle Bänder, Sehnen und Muskeln von Fuß über Wade und Knie bis hin zu Oberschenkel, Po und sogar Rücken! Ihr werdet nicht nur sensibler für die eigene Lauftechnik, sondern verbessert nebenbei auch noch eure Leistung und eure gesamte Körperhaltung. Und ganz nebenbei werdet ihr nicht mehr so schnell krank, denn barfuß laufen stärkt das Immunsystem, macht unempfindlich und entspannt durch die vermehrte Nervenstimulation.

Barfuß laufen: Die richtige Technik

Die RICHTIGE Technik ist nicht anders, als beim normalen Joggen auch. Schaut dazu unbedingt mal hier rein: Lauftraining für Anfänger und richtig joggen

Oft ist es aber so, dass durch die starke Fersensprengung in den Laufschuhen – das ist die Absatzhöhe des Schuhs – die meisten von euch mit der Ferse zuerst auftreten, was das 2- bis 3-fache des eigenen Körpergewichts auf eure Gelenke in Füßen, Knien und Hüfte wirken lässt. Auch die Wirbelsäule wird dadurch stärker gestaucht. Ihr müsst mit der Mitte des Fußes auftreten, so bekommt ihr das natürliche Abrollverhalten hin, mit dick gepolsterten Schuhen ist das aber schlichtweg nicht möglich. Wenn ihr die Schuhe weglasst, dann tretet ihr automatisch vorsichtiger und mit der Mitte des Fußes auf, um die Erschütterung zu minimieren. Keine Sorge vor zu viel Nachdenken – passiert alles in der Regel intuitiv!

Wo könnt ihr barfuß laufen?

Fangt mit barfuß laufen am besten in den eigenen vier Wänden an, so gewöhnen sich die Füße dran und zurückgebildete Muskeln, Sehnen und Bänder werden wieder beansprucht und trainiert. Zieht dafür auch am besten die Socken aus, so wird auch die gesamte Fußsensorik angesprochen. Und dann könnt ihr überall die Schuhe ausziehen, wo ihr bequem barfuß laufen könnt. Im Wald, auf Wiesen, wenn manche von euch Strand in der Nähe haben im Sand und im Wasser, aber auch mal auf Steinen.

Auf Asphalt könnt ihr ausnahmsweise auch mal barfuß laufen, aber seht zu, dass ihr unbedingt Abwechselung habt. Unebene Flächen mit unterschiedlichen Härtegraden trainieren noch intensiver eure Muskeln und Bänder – kostenlose Fußreflexzonenmassage inklusive. Geht das Ganze aber im wahrsten Sinn des Wortes langsam an und sprintet nicht sofort ohne Schuhe los. Wärmt die Füße vorher auf, durch spezielle Dehnübungen zum Beispiel. Versucht, mit den Zehen ein Handtuch hochzuheben, massiert die Fußsohle mit einem Tennisball und kreist den ganzen Fuß abwechselnd nach links und rechts – das macht ihr selbstverständlich mit beiden Füßen. Dann steigert euer Pensum im Barfußlauf über mehrere Wochen. Mit zweimal die Woche 30 Minuten barfuß laufen solltet ihr anfangen.

Wann solltet ihr barfuß laufen?

Immer wenn euch danach ist. Es muss dafür nicht heiß draußen sein, denn die Füße dürfen ruhig auch etwas kalt werden. Ihr werdet davon nicht krank, stärkt sogar euer Immunsystem! Wenn ihr schon von Fußdeformationen von früheren Schuheskapaden geplagt seid, dann könnt ihr mit barfuß laufen diese zwar nicht mehr beheben, aber durch die Kräftigung der Muskeln stabilisiert ihr alles und könnt so Schmerzen durch die Fußfehlstellungen verbessern und verhindern.

Barfuß laufen: Die Vorteile im Überblick

Barfuß laufen

  • stärkt die Muskulatur – nicht nur in den Füßen
  • führt zu einer besseren Durchblutung in den Füßen
  • sensibilisiert für die eigene Lauftechnik
  • steigert die Leistung
  • verbessert die Körperhaltung
  • stärkt das Immunsystem
  • macht unempfindlich
  • entspannt durch die vermehrte Nervenstimulation

Wer sollte nicht barfuß laufen?

Wenn ihr Arthrose oder Diabetes habt! Wenn eure Gelenke schon Probleme machen, dann kann euer Körper mit der Gewöhnungsphase des Barfußlaufens nicht klarkommen und ihr tut euren Gelenken damit nichts Gutes – im Gegenteil, ihr verschlimmert die Beschwerden durch die vermehrte Bewegung sogar.
Diabetes macht schmerzunempfindlicher, vor allem an den Füßen und wenn ihr euch dann dort durch kleine Schnitte oder ähnliches verletzt, dann kann das durch die geminderte Wundheilungskraft bei Diabetikern zu starken Entzündungen und Co. kommen. Geht das Risiko bitte nicht ein.

Achtung: Wenn ihr unter Insektengiftallergien leidet, dann solltet ihr bitte vermehrt aufpassen, wo ihr hintretet!

Wenn ihr betroffen seid, müsst ihr aber nicht komplett auf das Gefühl vom Barfußlaufen verzichten. Denn Natural Running bedeutet nicht nur keine Schuhe beim Joggen anzuhaben, sondern ist auch der Ausdruck für eine ganze neue Ära an Laufschuhen. Hierbei wird der Laufschuh so minimalistisch wie möglich gehalten, ohne großartige Dämpfung und hohe Fersensprengung. Denn wenn die Fersensprengung zu hoch ist, dann bekommt ihr eine ganz ungesunde Haltung. Und zu viel Dämpfung engt wie gesagt den Fuß ein und hindert ihn an seinen natürlichen Bewegungen. Also unbedingt beim Schuhkauf auf Natural Running Schuhe achten, die so wenig Dämpfung und Sohle wie möglich haben. Schaut mal hier bei den Laufschuhen vorbei, vielleicht ist einer dabei, der euch gefällt.

Barfuß laufen: Das Fazit

Klar gehören Schuhe zu eurem Leben dazu und ihr könntet auch nicht überall ohne Schuhe auftauchen. Aber gerade beim Sport und speziell beim Laufen durch den Wald oder am Strand können die Schuhe ruhig im Schrank bleiben. Vor allem bei warmem Wetter gibt’s doch nichts besseres, als frische Luft um die Zehen zu kriegen. Und ihr tut nicht nur euren Füßen was Gutes, denn durch den anderen Laufstil, den ihr zwangsläufig ohne Schuhe habt, stärkt ihr alle Bänder, Sehnen und Muskeln von Fuß über Wade und Knie bis hin zu Oberschenkel, Po und Rücken! Wenn ihr schon Fußdeformationen von früheren Schuheskapaden habt, dann könnt ihr mit barfuß laufen diese zwar nicht mehr beheben, aber durch die Kräftigung der Muskeln könnt ihr alles stabilisieren und Schmerzen verhindern. Geht das Ganze im wahrsten Sinn des Wortes langsam an und sprintet nicht sofort ohne Schuhe los. Wärmt die Füße vorher durch spezielle Dehnübungen auf und steigert euer Pensum im Barfußlauf über mehrere Wochen. Mit zweimal die Woche 30 Minuten barfuß laufen solltet ihr anfangen.

Wart ihr schon mal barfuß laufen? Wie waren eure Erfahrungen damit? Schreibt es mir!

Euer Prinz