HIT vs. HIIT: Wo liegt der Unterschied?


Zwei der effektivsten Trainingsmethoden im Check

HIT und HIIT boomen. Zu Recht: Beide Trainingsformen versprechen mit minimalem Zeitaufwand maximale Erfolge beim Abnehmen und Muskeln aufbauen. Fälschlicherweise setzen viele Athleten HIT und HIIT gleich – damit euch das nicht mehr passiert, klären wir hier ein für alle Mal die Unterschiede!

HIIT – Was steckt hinter dem High Intensity Interval Training?

Zunächst zum sogenannten High Intensity Interval Training, kurz HIIT. Hierbei handelt es sich um – wie der Name schon sagt – ein Intervalltraining im Ausdauerbereich. Kurze, anstrengende Sprinteinheiten wechseln sich mit langsameren, regenerativen Einheiten ab, wodurch das Training schon in wenigen Minuten hocheffektiv ist.
An sich ist die Trainingsmethode mit Intervallen nicht neu, Profisportler ziehen HIIT-Einheiten bereits seit der 90er regelmäßig durch. Durch zahlreiche Studien in den letzten Jahren, die belegen, wie effektiv und Erfolg bringend der Wechsel aus Sprints und Regenerationsphasen ist, hat HIIT Einzug in die Gyms und Trainingspläne vieler Freizeitsportler gehalten.
Wie bereits erwähnt zählt HIIT-Training zu den Ausdauersportarten. Es dient dazu, eure Leistungsfähigkeit zu steigern und vor allem Leistungssportler auf Wettkampfsituationen vorzubereiten. Denkt nur mal an Fußballer oder Tennisspieler: Wenn ihr dazuzählt, wisst ihr, dass ihr binnen Sekunden von stehen oder lockerer Bewegung zu schnellen Sprints und zurück wechseln müsst.

Ein netter Nebeneffekt des HIIT-Trainings für Breitensportler ist vor allem die hohe Fettverbrennung: Nicht nur, dass das Workout selbst trotz kürzester Zeit Unmengen an Kalorien verschlingt, auch der Nachbrenneffekt wird ordentlich getriggert. Dadurch läuft euer Stoffwechsel auch Stunden nach eurem Workout noch auf Hochtouren und ihr verballert eine Kalorie nach der anderen.
Nicht zu vergessen: Ihr spart Zeit, denn HIIT geht in der Regel nicht länger als 20 Minuten. Wenn ihr länger durchhaltet, geht ihr bei den Sprints nicht wirklich an eure Grenzen!
Einige Formen wie das Tabata Training bringen euch sogar in nur läppischen 4 Minuten (!) top Erfolge!
Eins ist aber wichtig: HIIT soll eure klassischen Ausdauereinheiten ergänzen, nicht ersetzen. Denn längere, monotone Cardiosessions trainieren euren Fettstoffwechsel und eure Grundlagendauer – beides Voraussetzung für das HIIT-Training.

HIT – Das Prinzip hinter High Intensity Training

Hinter HIT steckt das High Intensity Training. Auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich – dabei sind HIT und HIIT zwei völlig unterschiedliche Trainingsformen!
HIT ist im Prinzip eine Technik zur Intensitätssteigerung im Krafttraining. Das Ziel dahinter: Die völlige Ermüdung des trainierten Muskels.
Auch HIT ist kein Newcomer, sondern wird bereits seit den 70er Jahren von Bodybuildern durchgeführt. Aber auch hier haben die zahlreichen Studien zur Effektivität in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass immer mehr Breitensportler sich an das harte Workout wagen.
Genau wie beim HIIT gibt es auch im HIT viele verschiedene Formen, beispielsweise sogenannte erzwungene Wiederholungen. Hierbei trainiert ihr mit einem Trainingspartner. Wenn eure Kraft dann nachlässt und ihr zum Beispiel eure Hanteln beim Schulterdrücken nicht mehr hochdrücken könnt, unterstützt euch euer Buddy leicht, sodass ihr noch ein paar wenige weitere Wiederholungen schafft, die alleine nicht mehr drin gewesen wären.
Eine weitere gängige HIT-Methode: Drop-Sätze bzw. Reduktionssätze. Hier startet ihr eure Übung mit einem so hohen Gewicht, dass ihr soeben 6-8 Wiederholungen mit sauberer Technik schafft. Dann setzt ihr kurz ab, reduziert das Gewicht um 10-20% und macht ohne Pause weitere 5-8 Wiederholungen, bis der Muskel dicht macht. Wieder kurz absetzen, das Gewicht um weitere 10-20% reduzieren und ohne Pause in den dritten und letzten Satz übergehen. Hier trainiert ihr bis zur absoluten Muskelermüdung. Das kann nur eine Wiederholung sein, das können aber auch noch fünf sein. Hauptsache, euer Muskel ist danach am Zittern und es geht nichts mehr!
HIT setzt also durch lokales Muskelversagen maximale Trainingsreize, die eure Kraft und euer Muskelwachstum in der Regeneration stark pushen.
Um Überlastungsschäden zu vermeiden, ist HIT nur für Fortgeschrittene geeignet! Anfänger werden eh super schnell an ihr Limit kommen – eine muskuläre Grundlagenausdauer ist Voraussetzung für HIT-Einheiten!

HIT und HIIT: Das sind die Gemeinsamkeiten

  • HIT und HIIT werden beide für Fortgeschrittene empfohlen, da sie an gewisse körperliche Voraussetzungen gebunden sind.
  • Beide Trainingsformen sind hochintensiv und zeitsparend.
  • Nach HIT und HIIT braucht euer Körper längere Regenerationszeiten als nach klassischem Training.
  • Beide Methoden werden nicht als dauerhafte Trainingsformen empfohlen, sondern als Ergänzung oder für beispielsweise stressige Phasen, in denen ihr wenig Zeit fürs Training habt.
  • HIT und HIIT eignen sich beide fürs Abnehmen, weil sie viele Kalorien verbrennen und für einen hohen Nachbrenneffekt sorgen.

HIT vs. HIIT: Die Unterschiede auf einen Blick

  • HIT zählt zu den Methoden des Krafttrainings, HIIT zu denen des Ausdauertrainings
  • Das primäre Ziel von HIT ist ein gesteigertes Muskelwachstum, das von HIIT eine höhere Leistungsfähigkeit.
  • HIIT wird zur Simulation von Wettkampfsituationen genutzt, HIT nicht.
  • Obwohl mittlerweile die Grenzen verfließen und HIT und HIIT vom Hobbyläufer bis zum Diskopumper angewandt werden, kommt HIT eigentlich aus dem Bodybuilding und HIIT aus funktionellen Sportarten und Teamsportarten wie Fußball.

Fazit HIT vs. HIIT

Halten wir fest: Trotz des sehr ähnlichen Namens sind HIT und HIIT zwei völlig verschiedene Trainingsmethoden, die zwar beide hocheffektiv, extrem anstrengend und zeitsparend sind, aber aus zwei verschiedenen Bereichen stammen (Kraftsport vs. Cardiobereich).
Beide Trainingsvarianten solltet ihr als Anfänger meiden, aber als Fortgeschrittene pushen euch die neuen Reize auf ein ganz neues Level.

Probiert’s aus und berichtet mir: Wie sind eure Erfahrungen mit HIT bzw. HIIT?

Euer Prinz