Yoga Arten: Welcher Stil passt zu euch?


So findet ihr die richtige Art für eure Ziele!

Wer an Yoga denkt, hat meistens direkt das Bild von meditierenden, „Ommmm“-summenden Menschen in Gesundheitslatschen im Kopf. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn Yoga ist nicht gleich Yoga. Der aus dem fernen Osten stammende Sport wird immer mehr zum Massenphänomen, die Anhängerzahl wächst und wächst. Mittlerweile gibt es unglaublich viele verschiedene Yoga Arten und Weiterentwicklungen der ursprünglichen Lehre – nicht einfach, da den Überblick zu behalten. Ich hab mich für euch auf die Suche nach den 6 beliebtensten Yoga Arten gemacht und zeige euch, dass Yoga nicht immer spirituell sein muss, sondern auch richtig schweißtreibend sein kann!

Hatha Yoga: Die Grundform aller Yoga Arten

Hatha Yoga ist die wohl die Nummer 1 der populärsten Yoga Arten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Spricht man hier von Yoga, dann meint man meist Hatha Yoga.

  • Begriff: „Hatha“ bedeutet Kraft, Hartnäckigkeit und Unterdrückung. Damit soll die Anstrengung, die zum Erreichen des Ziels notwendig ist, unterstrichen werden. „Ha“ bedeutet Sonne, „tha“ Mond. Die Ausdrücke stehen für entgegengesetzte Energien wie Bewegung/Anstrengung und Ruhe/Entspannung, die in Einklang gebracht werden sollen. Das Hatha Yoga besteht aus 5 Säulen:
    • Asanas: Die Asanas sind die Yoga-Stellungen, die eine Zeit lang ruhig gehalten werden. Dabei wird der Körper gestärkt und der Geist ruhig und ausgeglichen. Es gibt 84 unterschiedliche Asanas.
    • Pranayama: Pranayama sind bewusste Atem-Übungen, die sich positiv auf die Gemütsverfassung auswirken und Krankheiten vorbeugen sollen.
    • Shavasana: Beim Shavasana werden systematisch alle Teile des Körpers und Geistes tief entspannt.
    • Richtige Ernährung: Auch die Ernährung ist ein Bestandteil vieler Yoga Arten. Die Yogische Ernährung ist rein vegetarisch, leicht verdaulich und gesund. Sie besteht hauptsächlich aus frischen, unbehandelten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse.
    • Positives Denken und Meditation: Mit einer bewussten Steuerung des Denkens lernen Anhänger des Hatha Yoga, den eigenen Geist positiv zu stimulieren.
  • Eigenschaften: Hatha Yoga ist geprägt von langsamen und entspannten Körper- und Atemübungen. Es bietet eine gute Möglichkeit für Anfänger, sich mit den Asanas vertraut zu machen und nach Bedarf langsam zu steigern. Es gibt eine Vielzahl von Schwierigkeitsgeraden und Varianten.
  • Ziel: Festigung des innerlichen und körperlichen Gleichgewichts, Stärkung der Geduld und der Flexibilität von Sehnen und Bändern, Kräftigung der Muskeln sowie Kontrolle über den Atem.

Kundalini Yoga: Atemübungen, Meditation und Entspannung

Der Fokus beim Kundalini Yoga liegt auf dem geistigen und spirituellen Aspekt. Bei dieser Yoga Art muss man daher offen für Spiritualität sein und sich auf Atemtechniken einlassen können.

  • Begriff: Kundalini bezeichnet die schöpferische Kraft des Menschen. Nach Auffassung des Kundalini Yogas ruht in jedem Menschen eine Kraft, die als zusammengerollte Schlange dargestellt wird. Der Energiestrom soll bei dieser Yoga Art frei werden und sich entfalten, um durch die Chakren die Wirbelsäule hinauf zu steigen. Beim Kundalini Yoga werden die Übungsreihen Kriyas genannt. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff beim Hatha Yoga: Hier  handelt es sich um körperliche Reinigungstechniken.
  • Unser Körper hat 7 Chakren (Zentren des Bewusstseins) entlang der Wirbelsäule, die nach und nach aktiviert werden sollen.
  • Eigenschaften: Kundalini Yoga kennzeichnet sich durch einen ständigen Wechsel zwischen passiven und aktiven Übungen. Über die Positionen hinaus werden viele Atem- und Meditationstechniken gelehrt. Im Kurs wird weiße Kleidung getragen und es ertönt ein Gong, der durch die Stunden leitet.
  • Ziel: Die am unteren Ende der Wirbelsäule ruhende Energie soll geweckt werden, nach und nach durch die Chakren fließen und dadurch Glück, Gesundheit und ein erweitertes Bewusstsein bringen.

Ashtanga Yoga und Power Yoga: Schweißtreibende Asanas

Ashtanga Yoga ist sehr dynamische, fordernd und kraftvoll und zählt daher zu den anstrengendsten Yoga Arten.

  • Begriff: „ashta“ bedeutet Acht, „anga“ Glieder. Ashtanga Yoga bedeutet also „Yoga mit 8 Gliedern“ und bezieht sich auf den achtgliedrigen Yoga-Weg.
  • Eigenschaften: Im Ashtanga Yoga gibt es 6 Serien von festgelegten Yoga-Stellungen, die geübt werden. Die einzelnen Positionen sind immer eine perfekte Vorbereitung für die nachfolgende, wobei der Schwierigkeitsgrad von Serie zu Serie steigt. Jede Serie aktiviert unterschiedliche Bereiche des Körpers. Je nach Kursstruktur kann der einzelne Yogi selbständig und im eigenen Rythmus arbeiten und die Serie schrittweise üben, bis er die jeweilige Sequenz gut kann. Erst dann folgt die nächste Position. Bei geführten Klassen werden die einzelnen Positionen mit entsprechender Ein- und Ausatmung angesagt. Das vollständige Erlernen einer Serie kann bis zu mehreren Jahren dauern, die Serien 5 und 6 sind gar nur für die ganz Fortgeschrittenen geeignet und werden nur von sehr wenigen Yogis beherrscht. Das Ergebnis soll eine graziös und kraftvoll fließende Serie von Körperstellungen in Synchronisation mit dynamischen Bewegungseinheiten und bewusster Atemkontrolle sein.
  • Power Yoga: Power Yoga ist eine sehr populäre Art des Ashtanga Yogas. Dabei ist man nicht an die Übungsfolge gebunden.
  • Ziel: Gesunder kräftiger Körper und eine klare, gelassene Geisteshaltung. Der Körper soll mehr Beweglichkeit erreichen sowie kräftiger und flexibler werden. Man soll Harmonie zur eigenen Person und eine hohe Konzentrationskraft entwickeln.

Yin Yoga: Yoga für Anfänger

Yin Yoga eignet sich besonders gut für Einsteiger oder als Ergänzung zu intensiveren Yoga Arten. Wagt euch also ruhig mal dran!

  • Begriff: Abgeleitet von der Yin Yoga Praxis aus der Buddhistischen Philosophie, die darauf abzielt, den Energiefluss im Körper in Einklang zu bringen.
  • Eigenschaften: Yin Yoga ist eine der sanfteren Yoga Arten. Die jeweiligen Asanas werden für einen längeren Zeitraum, etwa drei bis sechs Minuten, mit möglichst wenig Muskelspannung gehalten. So werden auch tiefere Körperschichten erreicht, beispielsweise Sehnen, Gelenke und das Bindegewebe. Dadurch können sich die Faszien erneuern und das Nervensystem wird beruhigt.
  • Ziel: Anspannungen lösen und eine tiefe Zufriedenheit erreichen.

Bikram Yoga und Hot Yoga: Beweglichkeit, Energie und eine Topfigur

Bikram Yoga findet in einem Raum bei 36-40 Grad Celsius mit mindestens 40 Prozent Luftfeuchtigkeit statt. Bikram Yoga ist damit nichts für Hitzeempfindliche und gehört zu den schweißtreibensten Yoga Arten.

  • Begriff: Der Begriff ist abgeleitet vom Gründer Bikram Choudhury. Häufig wird es auch als Hot Yoga bezeichnet.
  • Eigenschaften: Der Gründer selber hat gesagt, Bikram Yoga finde in einer Folterkammer statt. Kein Wunder, bei den Temperaturen! Die Basis bildet eine Serie von 26 Asanas und 2 Atemübungen, der Fokus liegt auf der Wirbelsäule. Besonders die Rückenmuskulatur wird während der verschiedenen Stellungen gekräftigt. Die Wärme ermöglicht ein noch intensiveres Dehnen der Muskeln, Sehnen und Bänder bei einem gleichzeitig geringerem Verletzungsrisiko. Sie fördert die Beweglichkeit und die Entgiftung des Körpers. Ein Kurs geht meistens 90 Minuten. Wichtig ist vor allem, vorher schon mindestens 2 Liter getrunken zu haben, denn während des Kurses wird nur getrunken, wenn der Körper es wirklich verlangt.
  • Ziel: Durchhalten! ;) Die Flexibilität, Ausdauer, Energie und Willenskraft wird gesteigert. Mit Bikram Yoga kann man seinen Body in echte Topform bringen. Bei jungen, gesunden Menschen kann diese Yoga Art die körperliche Fitness steigern und sogar das klassische Fitnesstraining ersetzen. Die Hitze und das damit hergehende Schwitzen und vermehrte Trinken regen Stoffwechsel und Durchblutung an, das Hautbild verbessert sich und das Immunsystem wird gestärkt.

Auch interessant: Die besten Tipps für Sport bei Hitze.

Iyengar Yoga: Abschalten und zur Ruhe finden

Iyengar Yoga beinhaltet viele statische Stehhaltungen, Streckungen, Drehungen, regenerative Haltungen und Umkehrstellungen bei starker Konzentration auf die perfekte Ausführung. Wer sich auspowern möchte, sollte lieber eine der dynamischeren Yoga Arten wählen.

  • Begriff: Der Name basiert auf dem Gründer B. K. S. Iyengar. Er bezeichnet seine Yoga-Form auch als „Meditation in Aktion“.
  • Eigenschaften: Die Basis des Iyengar Yogas bilden mehr als 200 verschiedene Asanas und 14 Atemtechniken. Es ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Der Fokus liegt auf der präzisen Ausführung der Yoga-Stellungen und Atem-Übungen. Die Körperachse soll symmetrisch ausgerichtet sein, die Konzentration auf der idealen Haltung der Gelenke ruhen ruhen. Klötze, Gurte und Polster helfen – je nach individuellen Fähigkeiten des Yogis – die korrekten Positionen einzunehmen und zu spüren.
  • Ziel: Die Anwendung des Iyengar Yogas verbessert Körperhaltung, Balance und die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers. Zudem wird die Fähigkeit zur Konzentration und Entspannung erlernt, Rücken- und Nachschmerzen werden gelindert, Depressionen und Schlafstörungen reduziert und die Belastbarkeit in Stresssituationen nimmt zu.

Aerial Yoga/ Anti-Gravity-Yoga: Yoga-Stellungen in der Luft

Eine der neueren Yoga Arten ist das Aerial bzw. Anti-Gravity-Yoga. Bei dieser Form liegt oder hängt man in einem großen, weichen Tuch, das einer Hängematte ähnelt, und führt so in der Schwerelosigkeit die einzelnen Positionen aus.

  • Begriff: Der Name ist hier Programm – Aerial Yoga heißt so viel wie Luft-Yoga, Anti-Gravity  bedeutet gegen die Schwerkraft.
  • Eigenschaften: Markantestes Merkmal dieser Yoga Art ist das große, dehnbare Tuch, das als Partner dient. Der einzelne Yogi liegt, hängt oder steht (sogar kopfüber!) in dem Yoga-Tuch. Beim Aerial Yoga werden zwar traditionelle Asanas durchgeführt, aber auch Elemente aus der Akrobatik aufgegriffen. Prinzipiell ist diese Form für alle Altersstufen und jeden Trainingsstatus geeignet, allerdings sollten Personen mit Beschwerden wie Bluthochdruck oder ähnlichem aufgrund der vielen Umkehrhaltungen vorsichtig sein oder ganz auf diese Yoga Art verzichten.
  • Ziel: Durch das permanente Schwingen muss der Körper seine Position immer wieder neu stabilisieren. Das stärkt insbesondere die Tiefenmuskulatur und Körperspannung. Außerdem wird die Gelassenheit trainiert, denn man wird gezwungen, die Kontrolle über das eigene Körpergewicht ein Stück weit abzugeben. Anti-Gravity-Yoga ist eine der effektivsten Yoga Arten, wenn es um erfolgreiche Kräftigung und mehr Fitness geht.

Kosten für Yoga Kurse: Abhängig von den Yoga Arten

Die Preise der unterschiedlichen Yoga Arten Kurse variieren je nach Studio und Verein. In der Regel sind kostenlose oder zumindest vergünstigte Probestunden möglich. Mein Tipp: Manche Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten für einen Yoga Kurs im Rahmen von Präventionsmaßnahmen – erkundigt euch also ruhig mal bei eurer Kasse, ob ihr einen Zuschuss bantragen könnt!

Das perfekte Outfit für kleines Geld und alle Yoga Arten

Für alle vorgestellten Yoga Arten benötigt ihr elastische und atmungsaktive Kleidung, Schuhe braucht ihr nicht. Wenn ihr noch auf der Suche nach dem richtigen Outfit seid, ohne dafür zu tief in die Tasche greifen zu müssen, solltet ihr definitiv mal bei meinen Angeboten für Sportswear vorbeischauen.

Fazit: Welche Yoga Arten gibt es?

  • Hatha Yoga: Die populärste Yoga Art, bei der es um langsame und entspannte Körper- und Atemübungen für mehr innerliches und körperliches Gleichgewicht sowie Flexibilität geht.
  • Kundalini Yoga: Eine spirituelle Yoga Art mit vielen Atem- und Meditationstechniken für Glück und ein erweitertes Bewusstsein.
  • Ashtanga Yoga/Power Yoga: Eine der anstrengendsten Yoga Arten, die
  • Yin Yoga: Eine Yoga Art besonders für Anfänger, bei der die Asanas möglichst lange gehalten werden und zu tiefer Entspannung führen sollen.
  • Bikram Yoga/Hot Yoga: Eine fordernde Yoga Art, die bei großer Hitze durchgeführt wird und eine der besten für eine Topfigur ist.
  • Iyengar Yoga: Eine Yoga Art, die weniger zum Auspowern gedacht ist, sondern um abzuschalten und zur Ruhe zu finden.
  • Aerial Yoga/Anti-Gravity-Yoga: Eine Yoga Art, die besonders effektiv die Muskulatur stärkt, da ihr in einem dehnbaren Tuch hängt und sich euer Körper immer wieder neu stabilisieren muss.

Ihr seht schon – Yoga Arten gibt es für jedes Ziel und jede Ausgangslage – da wird garantiert jeder fündig! Habt ihr bereits Erfahrung mit einer dieser Yoga Arten? Was hat’s euch gebracht?

Euer Prinz

PS: Ihr sucht noch die richtige Location, um die Yoga Arten auszuprobieren?! Schaut mal auf sport-branchenbuch.de vorbei, da könnt ihr in der Suchfunktion Angebote in eurer Nähe finden!