Nahrungsergänzungsmittel: Was ist das genau?


Nahrungsergänzungsmittel gibt es mittlerweile sehr oft zu kaufen und für jeden Zweck gibt es das entsprechende Hilfsmittel. Aber was ist wirklich ein Nahrungsergänzungsmittel und können die Präparate wirklich die Gesundheit postiv beeinflussen? Darum geht es im folgenden Artikel:

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Strenggenommen sind Nahrungsergänzungsmittel keine Lebensmittel. Sie sind Speziallebensmittel, die beispielsweise Mineralstoffe, Nährstoffe und Vitamine in hochdosierter und konzentrierter Form enthalten. Auch Aminosäuren, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe werden verarbeitet. Wie der Name schon sagt, sind Nahrungsergänzungsmittel lediglich eine Ergänzung zur Ernährung. Sie sind nicht mit Arzneimitteln gleichzusetzen, dienen aber dem Erhalt der Gesundheit oder des Wohlbefindens.

Welche Ergänzungsmittel gibt es?

Mittlerweile gibt es Kapseln, Tabletten, Pulver und sogar Flüssigkeiten für die meisten Nährstoffe, Mineralien und Vitamine. Beispielsweise Vitamin C und Eiweiß in Pulverform, Omega-3-Fettsäuren in Fischölkapseln, Magnesiumtabletten oder Säfte mit Eisen.
Alles zu den beiden bekanntesten Nahrungsergänzungsmitteln Casein und Whey Protein findet ihr hier.NahrungsergänzungsmittelWelche Nahrungsergänzungsmittel wirklich sinnvoll sind, findet ihr in meinem Check.

Wie wirken sie im Körper?

Die Nahrungsergänzungsmittel wirken tendenziell genau so, wie die natürlichen Vitamine, Mineralstoffe und weiteren Nährstoffe im Körper wirken. Allerdings fehlen bei Nahrungsergänzungsmitteln die Packungsbeilagen, die über Wirkungen, Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen Aufschluss geben. Da es sich teilweise um künstlich hergestellte Mineralstoffe handelt und die Reinheit der Mittel nicht immer garantiert ist, ist mit Nebenwirkungen aber durchaus zu rechnen.

Gibt es Kontrollen für diese Mittel?

Die Nahrungsergänzungsmittel sind nicht streng kontrolliert. Die Hersteller müssen die Produkte lediglich anmelden, um sie verkaufen zu können. Es finden vorher keine extra Prüfungen auf Wirksamkeit und Inhaltsstoffe statt. So wurde in einer vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) geförderten Studie vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln offengelegt, dass 15 Prozent der in 13 Ländern erworbenen Nahrungsergänzungsmittel Verunreiningungen wie Anabolika und Prohormone enthielten. Sie waren nicht auf der Verpackung angegeben.Nahrungsergänzungsmittel

In Deutschland wurden 11 Prozent der untersuchten Nahrungsergänzungsmittel positiv auf verbotene Anabolika getestet. Es handelt sich in erster Linie um Verunreinigungen, die keine Dopingwirkung haben. Es kann aber durchaus vorkommen, dass Dopingtests positiv ausfallen können. Außerdem ist die gesundheitliche Wirkung fraglich.

Die Studie fand erstmals 2001 statt. Weitere Informationen über die Studie könnt ihr beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft und bei der Deutschen Sporthochschule Köln bekommen.

Aufgrund der erschreckenden Ergebnisse wurde die Kölner Liste entwickelt. Sie warnt vor verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln und listet Produkte, die vom Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) auf ihr Risiko untersucht wurden. Für Informationen, welche Nahrungsergänzungsmittel risikoarm sind, steht die Kölner Liste jedem zur Verfügung. Sie wird ständig aktualisiert.

Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?

Jede Person, die auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achtet, benötigt keine Ergänzung in Form von Tabletten, Pulvern und Kapseln. Für Menschen, die es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht schaffen, die empfohlene Nährstoffversorgung einzuhalten, empfiehlt sich aber eine Nahrungsergänzung. Auch für Personen mit erhöhtem Nährstoffbedarf ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll, wie beispielsweise für Leistungssportler oder Kranke.

Allerdings gab das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bekannt, dass ungefähr 30 Prozent der Deutschen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, obwohl es in den meisten Fällen nicht notwendig ist. Pro Jahr werden über 165 Millionen Verpackungen der Mittel verkauft.
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Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll?

Im Alltag sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht notwendig. Es sei denn, es wird regelmäßig und intensiv Sport getrieben oder über die Nahrung können nicht genug Nährstoffe, Mineralien und Vitamine aufgenommen werden, beispielsweise durch Nahrungsunverträglichkeiten.Nahrungsergänzungsmittel

Wer auf solche Mittel zurückgreifen möchte oder sogar muss, der sollte auf kontrollierte Produkte achten. Hierbei kann auf echte Lebensmittel-Siegel geachtet werden, zum Beispiel das Bio-Siegel oder das der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.

Welche Mittel sollten gemieden werden?

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ausland sind noch weniger überprüft. Produkte, die keine Inhaltsstofflisten auf der Verpackung haben, sollten auf keinen Fall eingenommen werden. Durch die Beliebtheit der Produkte wird auch versucht, mit mangelhafter Ware Geld zu machen.

Wie sollten Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden?

Die Speziallebensmittel sollten ersteinmal so verzehrt werden, wie es auf der Verzehrsempfehlung steht. Ansonsten ist darauf zu achten, dass nicht mehr Mineralstoffe, Vitamine und Ähnliches aufgenommen werden als es empfohlen wird. Hierfür kann bei der Verbraucherzentrale oder auch dem BfR die jeweilige Verzehrsempfehlung angefragt werden. Zum Beispiel sollten höchstens 250 Milligramm Magnesiumpräparate pro Tag zu sich genommen werden. Für Vitamin-D gilt eine Höchstmenge von 20 Mikrogramm pro Tag

Fazit über Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Alternative oder Lösung für Menschen, die einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und Ähnlichem haben, zum Beispiel Leistungssportler. Menschen, die unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden, können ihren Nährstoffbedarf ebenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln decken. Es sollte aber auf eine gute Qualität der Produkte geachtet werden. Vor allem Mittel aus dem Ausland oder aus fragwürdigen Läden sollten gemieden werden. Wer Ergänzungsmittel nutzt, sollte aber die empfohlene Tagesmenge nicht überschreiten.