Low Fat Diät: Was kann sie wirklich?


Nur Hype oder gesunder Weg zum Abnehmen?!

Wie war das noch? Fett macht fett? Die 80er sind zurück, denn gerade zu der Zeit war Low Fat DIE Ernährung schlechthin, um Abzunehmen! Zwar ist Low Carb der Trend der letzten Jahre, aber Low Fat hält sich eisern. Was ihr alles über eine Low Fat Diät wissen solltet, erfahrt ihr hier!

Was ist die Low Fat Diät überhaupt?

Bei der Low Fat Diät geht es – oh Wunder – darum, Fette so gut es geht einzusparen! Fett ist schließlich der Makronährstoffe mit den meisten Kalorien. Zur Erinnerung: Eiweiß und Kohlenhydrate liefern euch 4 Kalorien pro Gramm, Fett gleich mehr als das Doppelte mit 9 Kalorien pro Gramm. Und wenn ihr diese Energie einspart, dann soll eure Kalorienbilanz leichter ins Minus gehen. Ihr sollt das Fett aber nicht gänzlich streichen, das ist auch ziemlich schwierig, da auch viele proteinreiche Lebensmittel gleichzeitig Fett enthalten. Außerdem ist euer Körper auf einen gewissen Anteil an Fett angewiesen und wenn ihr komplett auf sie verzichtet, dann schadet es euch viel mehr, als dass die Low Fat Diät irgendwas bringt. Außerdem ist Fett per se nicht schlecht!

Wie zieht ihr die Low Fat Diät durch?

Die Low Fat Diät ist weniger eine der zahlreichen Crash Diäten, sondern eher als eine Ernährungsweise zu sehen. Außerdem hat sie echt keine konkreten Regeln, außer Fett einzusparen.

Während ihr die Low Fat Diät durchzieht, sollte eure Fettaufnahme nur 10% bis maximal 30% der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Je nachdem, wie eure persönliche Makroverteilung ist, können das auch nur 30 Gramm Fett pro Tag sein. Also „einfach“ auf fettreiche Lebensmittel verzichten und auf die niedrige Tagesmenge an Fett achten. Dafür könnt ihr mehr Kohlenhydrate und Proteine essen. Aber bitte achtet auf komplexe Carbs und nicht viel mehr Proteine als ihr normalerweise esst. Und wenn wir schon mal dabei sind: Achtet bei der Wahl der wenigen Fette, die ihr essen dürft, auf gesunde Fette.

Passend dazu: Kohlenhydrate zum Abnehmen.

Low Fat Diät

Zur Info: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, für eine ausgewogene und gesunde Ernährung etwa 25 – 30% der täglichen Gesamtkalorien aus Fetten zu beziehen – jeweils 7 – 10% aus mehrfach ungesättigten, einfach ungesättigten und auch gesättigten. Transfette sollten nur maximal 1% der täglichen Nahrungsenergie ausmachen. Alles in allem würde das eine Fettmenge von 60 – 80 Gramm Fett ausmachen. Ihr spart also durch eine Low Fat Diät schon einiges an Fett ein.

Was bringt die Low Fat Diät?

Wie gesagt, die Low Fat Diät soll euch helfen, leichter Kalorien einzusparen. Denn je weniger energiereiche Makros ihr futtert, desto besser steht’s um eure Kalorienbilanz. Um zu wissen, wie viel ihr überhaupt essen „dürft“, solltet ihr erstmal euren Kalorienbedarf berechnen und wissen, wie hoch oder niedrig euer Grundumsatz und euer Leistungsumsatz sind.

Mit einer Low Fat Diät fällt es einigen von euch leichter, abzunehmen, da ihr Carbs essen könnt und keine Heißhungerattacken bekommt. Auf Fett zu verzichten ist für den Körper oft einfacher als auf Carbs zu verzichten. Außerdem nutzt euer Körper die High Carb-Low Fat-Ernährung für die benötigte Energie. Wenn ihr dann noch ausreichend Eiweiß esst, dann verwendet euer Körper alles unmittelbar für den Erhalt und Aufbau von Muskelmasse. Mehr Muskelmasse benötigt wiederum mehr Energie – ihr nehmt noch besser ab.

Welche Lebensmittel sind in der Low Fat Diät erlaubt und welche nicht?

Eure Ernährung in der Low Fat Diät sollte zum größten Teil fettarme Lebensmittel wie diese hier enthalten:

  • Frisches Obst und Gemüse
  • Fettarmer Fisch
  • Fettarmes Fleisch
  • Fettarme Milchprodukte
  • Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornpasta, Kartoffeln, Reis, Vollkornbrot, Quinoa
  • Hülsenfrüchte

Schaut mal in den Rezepte-Bereich. Da findet ihr bestimmt einige leckere Low Fat Rezepte und Meals, die die Fettverbrennung anregen.

Low Fat Diät

Darauf solltet ihr im Low Fat Ernährungsplan eher verzichten oder es nur ganz wenig verzehren:

  • Nüsse
  • Avocado
  • Öle
  • Butter, Margarine
  • Fettreiche Milchprodukte wie Joghurts, Sahne, Käse und Co., alles erkennbar an Rahmstufen oder Fett i. T.
  • Fetter Fisch wie Makrele
  • Fettes Fleisch wie Speck

Achtung: Bittet achtet bei speziellen Low Fat Produkten auf die Zutatenliste, denn wenn Fett fehlt, ist oft was anderes – oft Zucker – in größeren Mengen vertreten. Lasst euch also von dem ganzen Werbegedöns nicht einlullen. Unterm Strich nehmt ihr vielleicht sogar noch mehr Kalorien auf, als wenn ihr die „normale“ Variante des Produkts essen würdet. Zwar nicht durch Fett, dann aber durch einfache Carbs. Wenn „fettarm“ draufsteht, muss nicht „kalorienarm“ drinstecken.

Auch interessant: Fettkiller-Lebensmittel.

Vorteile der Low Fat Diät

  • Leicht umsetzbar, da es keine konkreten Regeln gibt
  • Ihr nehmt weniger Kalorien auf, wenn ihr das Defizit nicht gleich komplett durch die anderen Makros wieder auffüllt
  • Cholesterinwerte können sich verbessern
  • Keine Heißhungerattacken durch fehlende Carbs
  • Gesenktes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose

Nachteile der Low Fat Diät

  • Euch fehlt Fett als weitere Energiequelle
  • Verwertung der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K wird schwieriger
  • Organe brauchen Fett als Schutzmantel
  • Ihr friert schneller
  • Fette sind Bestandteil der Zellen – auch Muskelzellen, der Muskelaufbau könnte schwieriger werden, wenn ihr zu wenig Fett aufnehmt

Low Fat Diät: Das Fazit

Ihr kennt mittlerweile meine Meinung, einen der Makronährstoffe radikal einzuschränken… Die Low Fat Diät kann euch vielleicht helfen, leichter ein Kaloriendefizit zum Abnehmen zu erreichen. Aber wenn ihr eure Ernährung nicht ganz umstellt und in alte Muster zurück fallt, dann braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn ein paar Kilos wieder draufkommen. Außerdem bringt es auch nichts, auf der einen Seite das Fett einzusparen und auf der anderen Seite euch mit Carbs und Proteinen wieder einiges aufs Kalorienkonto zu schaufeln. Wenn ihr euch mit der Low Fat Diät anfreunden könnt, dann seht sie als langfristige Ernährungsumstellung und nicht als Crash Diät. Tipp dafür: Schraubt die Fette nicht auf ein Minimum runter, dann schadet ihr eurem Körper weniger.

Passend zum Thema noch ein Vergleich: Low Carb oder Low Fat: Was ist besser?

Was haltet ihr von der Low Fat Diät? Habt ihr sie vielleicht schon mal durchgezogen? Schreibt mir!

Euer Prinz