Die 10 hartnäckigsten Fitness-Mythen im Check: Was stimmt wirklich?!


Je mehr Training, desto besser?!

Kennt ihr auch diesen Typ im Gym, der die Cardiogeräte meidet wie der Teufel das Weihwasser, weil er Angst hat, Ausdauertraining sabotiere seinen Erfolg beim Muskelaufbau? Oder die Mädels, die grundsätzlich mit 1-Kilo-Hanteln trainieren, weil sie „sonst zu schnell Muskeln aufbauen“? Vergleicht man diese Aussagen mit der Realität, fällt schnell auf: Auch ohne Cardiotraining sieht der Typ neben euch nicht aus wie Arnold Schwarzenegger zu besten Zeiten. Und die Mädels jammern weiter über ihre Figuren. Warum?

Ganz einfach: Im Internet, aber auch im Gym, kursieren zahlreiche Fitness-Mythen, die von (selbsternannten) Fitness-Experten verbreitet werden. Dass solche Halbwahrheiten eure Fitnesserfolge ganz schön sabotieren können, ist klar. Höchste Zeit, mit den gängigsten Mythen aufzuräumen!

1. Fitness-Mythos: Fett wird erst nach 30 Minuten Laufen verbrannt

Falsch. Bereits ab der ersten Minute zapft der Körper seine beiden wichtigsten Energiequellen an: Fette und Kohlenhydrate. Richtig ist aber, dass sich der prozentuale Anteil an der Energiegewinnung mit der Zeit ändert. Zu Beginn eures Workouts zehren eure Körper bevorzugt von ihren Glykogenspeichern. Mit der Zeit steigt die Fettverbrennung aber an. Somit steckt zumindest ein Fünkchen Wahrheit in diesem Fitness-Mythos! Übrigens: Wenn ihr trotz kurzem Training eure Fettverbrennung so richtig einheizen möchtet, kann ich euch nur HIIT – Das „High Intensity Intervall Training“ empfehlen.
Fitness-Mythen

2. Fitness-Mythos: Laufen schadet den Gelenken

Definitiv falsch. Neuste Studien zeigen sogar das Gegenteil: Laufen ist gut für die Gelenke! Joggen trainiert nämlich den Knorpel, beispielsweise im Knie, der dann wächst. Selbst Marathonläufe schaden Knien, Hüfte und Co. nicht – vorausgesetzt, ihr tragt kein Übergewicht mit euch herum und habt keine Verletzungen oder Fußfehlstellungen.
Und ganz wichtig: Achtet auf vernünftige Laufschuhe mit richtiger Dämpfung und wechselt sie regelmäßig. Hier gibt’s übrigens noch mehr Tipps, was für euch der richtige Laufschuh ist.

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3. Fitness-Mythos: Sit-Ups sind der beste Weg zum Sixpack

Jeden Abend 100 Sit-Ups und der Waschbrettbauch zeigt sich? Schön wär’s! Natürlich stärken Sit-Ups die Bauchmuskeln – aber das bringt euch keinen Schritt näher ans Sixpack, wenn diese Muskeln von einer Fettschicht überdeckt sind. Um die begehrten Muskelpakete freizulegen, kommt ihr nicht drumherum, euren gesamten Körperfettanteil zu reduzieren. Und das geht am besten mit einer Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining und der richtigen Ernährung. Übrigens: Auch im Food-Dschungel halten sich einige Ernährungsmythen hartnäckig.

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4. Fitness-Mythos: Frauen, die Krafttraining machen, werden zu Hulk

Bullshit, Ladies. Vergesst diesen Fitness-Mythos bitte ganz, ganz schnell wieder! Fakt ist: Frauen bauen wesentlich schwerer Muskeln auf als Männer – und zusätzlich ist ihr Muskelaufbau auch noch limitiert! Grund dafür ist das Hormon Testosteron: Es ist entscheidend am Muskelaufbau beteiligt, aber Frauen haben viel weniger davon als Männer. Wenn ihr als Frauen also mit ordentlich Gewicht trainiert, müsst ihr auf keinen Fall Angst haben, beim nächsten Discobesuch als Türsteher durchzugehen. Im Gegenteil: Muskeln erhöhen euren Grundumsatz, ihr nehmt leichter ab. Zusätzliches Plus: Straffe Haut und ein fester Körper. Also Mädels, ran an die Eisen!

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5. Fitness-Mythos: Cardiotraining boykottiert den Muskelaufbau

Noch so ein Fitness-Mythos, der nicht totzukriegen ist: Angeblich macht ihr es euch unnötig schwer, Muskeln aufzubauen, wenn ihr regelmäßig Ausdauertraining in eure Workouts einbaut. Dass das so nicht stimmt, beweisen zum Beispiel viele Crossfitter – ihr Training setzt sich aus Cardio- UND Krafteinheiten zusammen – und trotzdem können sie ordentlich Muckis vorweisen. Ein Fünkchen Wahrheit steckt aber immerhin in meinem Fitness-Mythos Nr. 5: Um Muskeln aufzubauen, müsst ihr nicht nur hart trainieren, sondern auch ordentlich essen – mehr, als ihr täglich verbraucht. Cardiotraining verbrennt aber nun mal eine ganze Menge Kalorien. Mein Tipp: Setzt eure Priorität auf das Krafttraining, kombiniert mit einer angepassten Ernährung, und schwingt euch zusätzlich 1-2x pro Woche für etwa 30 Minuten auf ein Cardiogerät eurer Wahl. Oder hebt euch lockere Ausdauereinheiten für trainingsfreie Tage auf – so trainiert ihr Muskeln UND Herz-Kreislauf-System. Win-Win-Situation!

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6. Fitness-Mythos: Laufen ist die beste Sportart zum Abnehmen

Auch dieser Fitness-Mythos aus dem Bereich des Cardiotrainings stimmt so nicht. Klar, Laufen ist eine super Möglichkeit, euch fit zu halten und viele Kalorien zu verbrennen. Aber: Wie bei allen Ausdauereinheiten verbrennt ihr (fast) nur Kalorien, solange ihr euch aktiv bewegt. Ganz anders beim Krafttraining: Hier verfeuert ihr nicht nur während des Workouts ordentlich Kalorien, sondern auch danach – denn: Krafttraining bringt eure Muskeln zum Wachsen und je mehr Muskeln ihr habt, desto höher der Grundumsatz. Im Klartext heißt das: Auch wenn ihr längst aus dem Gym zurück seid und euch eure Lieblingsserie reinzieht, läuft euer Stoffwechsel noch auf Hochtouren – je nachdem, wie intensiv das Training zuvor war, sogar bis zu 48 Stunden! Das Phänomen nennt sich Nachbrenneffekt!
Hier geht’s übrigens zum perfekten Trainingsplan fürs Abnehmen.

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7. Fitness-Mythos: Je mehr du trainierst, desto besser

Viel hilft viel? Ganz falsch. Wenn ihr diesem Fitness-Mythos hinterherlauft, sabotiert ihr eure eigenen Erfolge! Denn: Muskeln wachsen nicht während ihr trainiert, sondern in der Zeit zwischen den Workouts! Oder anders gesagt, ohne Regeneration kein Muskelaufbau. Und ehrlich, was bringt es euch, wenn ihr zwar jeden Tag stundenlang Bizepstraining macht, dabei das Gewicht aber immer mehr reduzieren müsst, weil ihr einfach zu platt seid? Mein Tipp: Legt zwischen euren Workouts mindestens 24 Stunden Pause ein. Oder achtet zumindest darauf, dieselben Muskeln nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zum Brennen zu bringen! Das heißt aber nicht, dass ihr die Füße an Ruhetagen komplett ruhig halten müsst. Es gibt genug gute Möglichkeiten der aktiven Regeneration!

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8. Fitness-Mythos: Muskelaufbau verschlechtert die Flexibilität

Stimmt ebenfalls nicht. Ein ausgewogenes und richtig ausgeführtes Krafttraining verbessert sogar die Beweglichkeit. Verkürzt werden die Muskel eher im Alltag, zum Beispiel durch eine ungesunde Sitzhaltung in der Uni oder bei der Arbeit & Co. Es ist also sehr wichtig, dass ihr Übungen für alle Muskelgruppen einplant und jeweils den gesamten Bewegungsradius ausnutzt. Mein Tipp für alle, die zusätzlich etwas für ihre Beweglichkeit tun möchten: Yoga.

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9. Fitness-Mythos: Man kann gezielt Fett abbauen

Was für eure Bauchmuskeln gilt, gilt natürlich auch für die restlichen Muskelgruppen: Allein durch das Training eines bestimmten Muskels, könnt ihr das vorhandene Fett nicht abbauen – und schon gar nicht in Muskeln umwandeln! Ein Beispiel: Ihr würdet gerne euren Trizeps sichtbar machen und stürzt euch in Dips, Liegestütz und Co.? Bringt leider wenig. Klar, ihr werdet stärker und auch der Umfang eurer Arme nimmt zu. Was aber nicht passiert, ist dass das Fett gezielt verschwindet. Wo ihr zuerst abnehmt, entscheidet allein eure Genetik. Trotzdem gilt: Regelmäßiges Krafttraining hilft beim Fettabbau (siehe auch Fitness-Mythos Nr. 6)! Hier könnt ihr übrigens noch mehr über diesen Mythos lesen: Abnehmen am Bauch: Ist gezielter Fettabbau möglich?

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10. Fitness-Mythos: Wenn dein Trainingsplan funktioniert, bleib dabei

Last but not least: die Trainingsroutine. Klar, wenn ihr zufrieden mit eurem Training seid und anfangs gute Erfolge damit erzielen konntet, möchtet ihr dabei bleiben. Aber ihr werdet schnell merken: Was zu Beginn vielleicht gut funktioniert hat, wird mit der Zeit stagnieren. Das zählt sowohl für Ausdauer-, als auch Krafteinheiten. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Belastung, er steigert sich nicht mehr. Aber: Diesen Anpassungseffekt könnt ihr ganz easy umschiffen, indem ihr einfach euren Trainingsplan etwa alle 8 Wochen umstellt. Dabei müsst ihr nicht gleich alles verändern – es reicht schon, wenn ihr Hantelübungen mit einem anderen Griff ausübt (zum Beispiel weiter zugreifen oder Über- statt Untergriff), die Wiederholungszahl oder Geschwindigkeit anpasst.

Fitness-Mythen, die sich hartnäckig im Bewusstsein halten

Diese zehn Fitness-Mythen sind nur einige von vielen Aussagen, die wohl jeder schon mal im Gym gehört oder im Internet gelesen hat, in denen aber meist nicht viel Wahrheit steckt.
Es gilt also: Nicht alles gleich hinnehmen, ohne zu überlegen, sondern öfter mal hinterfragen.

Welche Fitness-Mythen hört ihr noch immer wieder?

Euer Prinz


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