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Superfood vs. Local Food – Wann lohnen sich Chia & Co. wirklich?

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Sie heißen Chia, Matcha Tee, Goji-Beeren, Spirulina und Co.: Superfood. Mittlerweile gibt es einen regelrechten Hype um die teuren Lebensmittel. Kein Wunder, versprechen sie doch schlank, schön und gesund zugleich zu machen. Doch was ist wirklich dran an der Welle und muss es wirklich immer ein Exot sein oder gibt es vielleicht auch regionale Alternativen? Die Antworten darauf klären wir heute!

Superfood: Was ist das genau?

Eine verbindliche Definition von Superfood gibt es nicht. Generell handelt es sich dabei aber um Lebensmittel, die eine besonders hohe Nährstoffdichte aufweisen, euch also auf 100 Gramm im Vergleich zu ihren Kollegen weit mehr von einem bestimmten Vitamin, Nähr- oder Mineralstoff liefern. Welcher Bestandteil sie so „super“ macht, kann dabei völlig variieren – ob Omega-Fettsäuren oder Vitamin C, das ist zunächst egal. Gemeinsam haben Superfoods aber, dass sie alle besonders reich an Antioxidantien sind und dass es sich wirklich um ein naturbelassenes Lebensmittel handelt – oder zumindest ein extrahiertes Lebensmittel (zum Beispiel in Pulverform). Wir reden hier also nicht von industriell hergestellten Nahrungsmitteln oder Pillen und Kapseln! Bestenfalls ist das jeweilige Superfood zudem biologisch angebaut.
Warum jetzt aber Supperfood? Ganz easy, durch den hohen Gehalt eines Inhaltsstoffs versprechen Superfoods, einen besonderen Benefit für euch parat zu haben. Meist geht es dabei um eure Gesundheit, beispielsweise soll Superfood Krebs, Diabetes, Übergewicht und Alzheimer vorbeugen, aber auch eure Optik toppen und schlank, faltenfrei sowie schöne Haut und Haare machen.
Übrigens: Superfood muss nicht unbedingt super schmecken – über Geschmack lässt sich zwar bekanntlich streiten, aber habt ihr schon mal Chlorella-Pulver in euer Getränk gemixt?!

Vorteile von Chia und Co. auf die Gesundheit

Klar, Superfood heißt nicht umsonst Superfood und ihr dicker Vorteil liegt klar auf der Hand: Eine kleine Menge Chlorella, ein paar Acai-Beeren im morgendlichen Müsli – und schon habt ihr euren Tagesbedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen gedeckt. Um das mit herkömmlichen Lebensmitteln zu schaffen, müsstet ihr schon einiges mehr essen!

SuperfoodAußerdem ist Superfood äußerst vielseitig verwendbar: Ob im Smoothie, Müsli, als Hauptgericht, als Ei-Ersatz (Chia) oder zum Backen – Superfood könnt ihr easy in eure tägliche Ernährung einbauen.

Nachteile von Superfood in der Ernährung

Es ist nicht alles Gold, was glänzt – das gilt auch für Superfood! Hier kommen die häufigsten Punkte, die Kritiker bemängeln:

  • Preis: Schon mal mit einer Packung Matcha an der Kasse gestanden und schlucken müssen?! Zu Recht: Superfood ist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr teuer. Klar, es ist ja auch gesund – viel ist aber auch einfach Marketing. Wenn ihr das nächste Mal Superfood-Nachschub braucht, schaut doch mal bei Supplements vorbei – mit etwas Glück spart ihr eine ganze Menge!
  • Umweltbelastung: in der Regel ist Superfood ein ganzes Stück gereist, ehe es auf unseren Tellern landet. Für die Umwelt nicht unbedingt förderlich!
  • Schadstoffe: Leider haben Analysen in der Vergangenheit immer wieder ergeben, dass Superfood vermehrt mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet ist. Das hat bekanntlich Nachteile für unsere Gesundheit – die vermeintlichen Vorteile von Superfood gleichen sich dann ganz schnell wieder aus.
  • Unsicher: Superfood ist verhältnismäßig neu bei uns – dementsprechend unerforscht ist es auch noch. Fakt ist: Superfood steht im Verdacht, Wechselwirkungen mit Medikamenten auszulösen. Außerdem ist das Allergie- und Überempfindlichkeitsrisikio bei ihnen – wie bei anderen exotischen Lebensmitteln auch – erhöht. Dementsprechend niedrig ist die empfohlene Verzehrsempfehlung pro Tag – bei Chia-Samen sind es 15 Gramm täglich – das ist gerade einmal ein guter Esslöffel! Damit ihr wirklich von den gesundheitlichen Benefits profitiert, müsste es aber schon etwas mehr sein.

Sind die Super-Lebensmittel wirklich so gesund?

Beinah täglich verkündet irgendeine Studie, wie gesund Superfood doch sei. Aber Vorsicht, Leute, lasst euch nicht täuschen: Viele dieser Untersuchungen basieren auf Tierversuchen oder wurden unter Laborbedingungen mit extrem hohen Dosen an Superfood durchgeführt und sind daher nicht ohne weiteres auf die reale Ernährung übertragbar.

Superfood gesundKeine Frage, ungesund ist Superfood keineswegs, sofern es nicht übermäßig mit Schadstoffen belastet ist. Trotzdem: Ganz so super wie oft behauptet, ist es auch nicht!

Superfood vs. Local Food: Es dürfen auch mal heimische Beeren sein

Stellt sich die Frage: Wenn Superfood gar nicht immer so super ist, wie es verspricht – woran erkennt ihr, wann sich der tiefe Griff in die Tasche lohnt? Denn was viele nicht wissen: Es gibt eine Menge regionaler Lebensmittel, die den Titel Superfood ebenso verdienen, wie ihre exotischen Verwandten. Aber Hagebutte klingt einfach nicht so sexy wie Acerola – und neu sind Grünkohl und Co. bei uns auch nicht. Trotzdem solltet ihr abwägen, wann Superfood nur ein Hipster-Ding und wann es sinnvoll ist. Meine Gegenüberstellung hilft euch dabei:

Chia-Samen vs. Leinsamen

Das garantiert gängigste Superfood in unseren Breitengeraden ist klein und rund: Chia-Samen. Ob als Ei-Ersatz beim Backen, als Pudding zum Frühstück oder im Brot – Chia-Samen lassen sich besonders vielseitig einsetzen und haben es trotz ihrer Größe in sich: 100 Gramm liefern euch 18 Gramm Omega-3-Fettsäuren und 39 Gramm Ballaststoffe! Außerdem zählen sie mit stolzen 18 Gramm Eiweiß zu den besten veganen Proteinquellen überhaupt. Es gibt allerdings heimische Konkurrenz: Leinsamen. Mit 17 Gramm Omega-3-Fettsäuren, 34 Gramm Ballaststoffen und 25 Gramm Eiweiß stehen sie ihren exotischen Kollegen in nichts nach. Dabei liegt ihr Kilopreis aber gerade einmal bei einem Zehntel von dem der Chia-Samen! Hier könnt ihr also wirklich sparen, ohne Abstriche bei den Nährstoffen machen zu müssen.

Matcha-Tee vs. heimische Tee-Sorten

Zu den teuersten Superfoods zählt definitiv Matcha-Tee: Durchschnittlich 500 bis 1.500 Euro müsst ihr schon für den Kilo hinblättern! Dafür bekommt ihr hier aber wirklich einen richtigen Gesundheitsbooster: Matcha-Tee wird aus den ganzen Blättern gemacht – anders als bei einem Aufguss bleiben so viel mehr Antioxidantien und gesunde Inhaltsstoffe wie Kalium und Kalzium erhalten.

Superfood Matcha Matcha wird bei uns besonders wegen seiner belebenden Wirkung getrunken – kein Wunder, denn das enthaltene Koffein wird erst im Darm freigesetzt und nicht wie Kaffee oder Cola bereits beim ersten Kontakt mit Magensäure. Bedeutet: Der anregende Effekt setzt zwar erst später ein, hält dafür aber auch länger an! Regionale Tees wie Pfefferminz, Hagebutte oder Kamille können da nicht mithalten, auch wenn sie allesamt eine gesundheitsfördernde Wirkung haben – hier lohnt sich der Kauf des Superfoods auf jeden Fall!

Acerola vs. Sanddorn

Rekordhalter bezüglich des Vitamin C-Gehalts ist eindeutig die Acerola-Kirsche: 1.700 Miligramm pro 100 Gramm stecken in dem Superfood! Bei uns ist sie bisher nur als Saft oder Pulver für Smoothies und Co. erhältlich und ab etwa 60 Euro pro Kilo (Pulver) bzw. 15 Euro pro Liter (Saft) zu haben. Deutlich günstiger geht’s mit Sanddorn: Diese heimische Beere hat zwar „nur“ 800 Miligramm Vitamin C pro 100 Gramm, aber dieser Wert ist immer noch deutlich über dem Tagesbedarf von etwa 100 Miligramm. Kosten: Einen Liter Saft bekommt ihr für rund 8 Euro. Mit Sanddorn schont ihr also die Umwelt, spart Geld und boostet trotzdem eure Gesundheit.

Goji-Beeren vs. Heidelbeeren

Goji-Beeren, die es bei uns hauptsächlich als getrocknete Version zu kaufen gibt, sind richtige Wunderfrüchte: Sie liefern massig Eisen, Eiweiß, Vitamin A, C, B und selbst das in Obst eigentlich nicht vorkommende Vitamin E.

Superfood Goji-BeerenEinziger Haken: Mit fast 50 Gramm sind Gojis auch kleine Fruchtzuckerbomben.
Zumindest in den Sommermonaten gibt es aber auch hier Alternativen, beispielsweise die Heidelbeere: Auch sie ist eine nicht zu unterschätzende Vitaminbombe, hat aber nur 7 Gramm Zucker auf 100 Gramm.
Beide Beerensorten sind also überaus gesund – wer auf seine schlanke Linie oder den schlanken Geldbeutel achten muss, sollte zur Heidelbeere greifen, ansonsten geht dieses Duell an die exotische Goji-Beere, da sie euch (zusätzlich) Vitamin E liefert.

Kokos- vs. Rapsöl

Kokosöl steht mittlerweile in so vielen Haushalten, dass es für viele gar nicht mehr so besonders ist. Trotzdem ist es ein Superfood: Neben allerlei anderen Benefits ist es insbesondere das Fettsäureprofil, dass Kokosöl zum Superfood macht. Denn die mittelkettigen Fettsäuren Laurin, Capryl- und Caprinsäure werden von eurem Körper bevorzugt zur Energiegewinnung bereitgestellt – bedeutet: Diese Fette landen weniger in eurem Fettgewebe! Hier in Deutschland dagegen wird vor allem Rapsöl hergestellt. Und das ist ebenfalls sehr gesund: Es besteht nämlich zu fast 70 % aus einfach ungesättigten Fettsäuren – und die pushen eure Gesundheit so richtig, wie ihr in diesem Artikel zu gesunden Fetten nachlesen könnt. Außerdem ist das Verhältnis der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren mit 1:2 wirklich optimal – keine Selbstverständlichkeit!
Es haben also beide Öle ihre Gründe, auf eurem Speiseplan zu stehen – wechselt einfach beide ab. Kokosöl hat einen starken Eigengeschmack und ist daher sowieso nicht für jedes Gericht geeignet.

Quinoa vs. Hirse

Auch Quinoa zählt hierzulande, besonders unter Fitnessfans, beinah schon zum Standardlebensmittel. Kein Wunder: Das Pseudogetreide hat 12 Prozent Eiweiß! Außerdem ist sein Aminosäurenprofil perfekt für Muskelauf- und Fettabbau. Genau wie Hirse ist es zudem glutenfrei. Ihr braucht mehr Infos über glutenfreie Lebensmittel? Dann klickt euch rein!
Aber: Hirse besteht ebenfalls aus satten 11 Prozent Protein und hat noch dazu weniger Fett als Quinoa. Weiterer Pluspunkt: Hirse mehr als die doppelte Menge an Eisen, kostet dabei aber nur ein Drittel so viel wie Quinoa. Da beide in der Zubereitung und Verwendung nahezu identisch sind, könnt ihr euch das Geld hier sparen und lieber zum local Food greifen – auch wenn Hirse zugegebenermaßen nicht so mega klingt und eher in die Öko-Ecke gesteckt wird.

Fazit: Superfood vs. Local Food

Halten wir fest: Superfood hat durchaus seine Berechtigung auf eurem Speiseplan und kann eine gesunde Ernährung durchaus sinnvoll ergänzen. Es ist aber absolut kein Muss und in vielen Fällen, zum Beispiel bei Quinoa, Chia und Acerola, könnt ihr euch den hohen Preis sparen und auf heimische Varianten setzen, die ebenfalls wahre Gesundheitsbooster sind.

Superfood Alternativen
Wenn’s aber geschmacklich mal was anderes sein soll, probiert ruhig mal ein Superfood aus – ihr wisst ja jetzt, wo ihr es günstiger bekommen könnt :-)

Euer Prinz

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